Kick-off in Bremen und die Frage: Wie gestalten wir Weiterbildung, dass sie alle erreicht?
Weiterbildung beginnt nicht mit einem Kurs. Sondern mit einem Gespräch.
Wie gelingt es uns, berufliche Weiterbildung so zu gestalten, dass sie wirklich alle Beschäftigten erreicht – besonders diejenigen, die bislang zu selten von entsprechenden Angeboten profitieren?
Mit inspirierendem Blick auf die Weser und vor allem mit vielen Perspektiven auf die Zukunft der Arbeitswelt stand diese Frage am 28. Oktober 2026 im Mittelpunkt der Kick-off-Veranstaltung unseres Projekts AUF KURS.
Der Kurs ist klar: Wir wollen Weiterbildungsmentoring flächendeckend in Bremen etablieren und Weiterbildung dort stärken, wo sie beginnt, im Betrieb und im direkten Austausch mit den Beschäftigten.
Nach einem Grußwort von Dr. Gunnar Isenberg, Staatsrat für Arbeit, gab Martin Roggenkamp (Projektleitung, iftp) einen Einblick in die Ausgangslage und Zielsetzung des Projekts.
Denn auch wenn es auf den ersten Blick scheint, als sei Bremen bei der Weiterbildungsbeteiligung gut aufgestellt, zeigt sich bei genauerem Hinsehen eine zentrale Herausforderung. Geringqualifizierte Beschäftigte sowie Mitarbeitende in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) werden bislang deutlich seltener erreicht.
Was braucht es also, damit Weiterbildung tatsächlich funktioniert?
Die Impulse der Veranstaltung haben deutlich gemacht, worauf es ankommt:
- Menschen erreichen und Potentiale sichtbar machen: Weiterbildungsmentor:innen schaffen niedrigschwellige Zugänge, bauen Hemmschwellen ab und zeigen individuelle Entwicklungsmöglichkeiten auf.
- Auf Augenhöhe zusammenarbeiten: Rolf Rose verdeutlichte anhand seiner Erfahrung bei Kühne + Nagel, wie entscheidend eine verständliche Ansprache und die Unterstützung der Geschäftsführung für erfolgreiches Weiterbildungsmentoring sind. Denn nachhaltige Entwicklung gelingt nur im Zusammenspiel von Beschäftigten und Unternehmen.
- Grundkompetenzen gezielt stärken: Die Beiträge von Margarethe Flisikowski und Alice Sedlak (Projektleitung, RKW Bremen) unterstrichen die Bedeutung verständlicher Kommunikation und sicherer Sprachkompetenz für die Teilhabe am betrieblichen Alltag und an Weiterbildung.
Zukunftskompetenzen für alle zugänglich machen: Simon Wallukat (Just add AI) zeigte auf, warum KI-Kompetenz längst kein Spezialwissen mehr ist, sondern zunehmend zu einer Schlüsselqualifikation für Beschäftigten aller Bereiche wird.
Auch die anschließende Diskussionsrunde mit Rana Koc (VaDiB), Dr. Marie-Luise Zarief (Arbeitnehmerkammer Bremen) und Lennart Walter (Handwerkskammer Bremen) machte deutlich: Erfolgreiches Weiterbildungsmentoring muss nah an den Menschen sein, unterschiedliche Lebens- und Arbeitssituationen berücksichtigen und insbesondere auch kleine und mittlere Betriebe einbeziehen.
Unsere zentrale Erkenntnis aus dem Kick-off:
Die Zukunft der beruflichen Weiterbildung entscheidet sich nicht allein daran, welche Kursen und Qualifizierungsangebote es gibt. Entscheidend ist, ob Menschen ihre Entwicklungsmöglichkeiten erkennen, Zugang zu ihnen finden und im betrieblichen Alltag die nötige Unterstützung erhalten, um diese Chance auch zu nutzen.
Mit AufKursBremen wollen wir genau dafür die Voraussetzungen schaffen und eine nachhaltige Weiterbildungskultur in Bremen etablieren: durch qualifizierte Weiterbildungsmentor:innen, starke Netzwerke und eine Weiterbildungskultur, die niemanden zurücklässt.
Der Auftakt ist gemacht. Jetzt geht es gemeinsam auf Kurs!
AUF KURS wird gefördert als Projekt zur Qualifizierung und Etablierung von Weiterbildungsmentorinnen und -mentoren (WBM) vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) und wissenschaftlich-administrativ begleitet vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB).