RegioStahl
Regionale Fachkräftesicherung für soziale Transformation der Stahlindustrie
Bereich
Transformation der Stahlindustrie
Projektbeschreibung
Das Projekt begegnet den Herausforderungen der Fachkräfteentwicklung im Kontext der sozial-ökologischen Transformation in Brandenburg. Die Region befindet sich inmitten eines tiefgreifenden Strukturwandels hin zu einer nachhaltigen Wirtschaft – geprägt durch den Ausbau erneuerbarer Energien und die Elektrifizierung der Fahrzeugindustrie. Diese ökologische Transformation verändert die Qualifikations- und Beschäftigungsstrukturen der Unternehmen grundlegend und stellt neue Anforderungen an die regionale Fachkräftebasis.
Das ArcelorMittal-Stahlwerk in Eisenhüttenstadt nimmt eine Schlüsselposition in der regionalen Wertschöpfungskette Stahl ein. Als größter regionaler Arbeitgeber fungiert es als Anker und Impulsgeber für die Fachkräfteentwicklung. Durch Digitalisierung, Automatisierung und die perspektivische Dekarbonisierung der Stahlproduktion muss das Unternehmen komplexe Transformationsprozesse bewältigen und Beschäftigte für neue Tätigkeitsfelder qualifizieren. Gleichzeitig erfordert der hohe Altersdurchschnitt der Belegschaft die Bewältigung des demografischen Wandels sowie die Gewinnung und Bindung zusätzlicher Fachkräfte. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei Frauen, die bereits heute einen überdurchschnittlich hohen Beschäftigtenanteil in der Branche stellen.
Systematischer Wissenstransfer gewinnt unter diesen Bedingungen zentrale Bedeutung. Der drohende Verlust jahrzehntelang aufgebauten Fach- und Erfahrungswissens durch den Renteneintritt der Babyboomer-Generation stellt das Stahlwerk und die gesamte Wertschöpfungskette Stahl vor erhebliche Herausforderungen. Dieses erfolgskritische Wissen muss gesichert und nachfolgenden Generationen zugänglich gemacht werden. Ein strukturierter Wissenstransfer zwischen erfahrenen und jüngeren Mitarbeitenden sowie neu gewonnenen Fachkräften wird daher essenziell für die Fachkräftesicherung und erfolgreiche Transformationsbewältigung.
Die Transformationsprozesse wirken unmittelbar auf Dienstleistungs- und Zuliefererbetriebe, die ähnliche Herausforderungen bei der Neugestaltung von Qualifikations- und Beschäftigungsstrukturen sowie der Fachkräftesicherung bewältigen müssen.
Zielgruppen sind Beschäftigte der Wertschöpfungskette Stahl, die für den Wandel durch Digitalisierung, Automatisierung und sozial-ökologische Transformation qualifiziert werden. Attraktive Karriere- und Arbeitsbedingungen sollen Arbeitgeberattraktivität und -bindung stärken. Besondere Schwerpunkte liegen auf Frauen, Führungskräften, älteren und angelernten Beschäftigten.
RegioStahl verfolgt das Ziel einer sozialpartnerschaftlichen Qualifizierungsinitiative zur Fachkräfteentwicklung und -mobilität in der regionalen Wertschöpfungskette Stahl. Das Projekt analysiert transformationsbedingte Fachkräfte-, Qualifikations- und Kompetenzbedarfe und entwickelt gemeinsam mit Personalverantwortlichen, Betriebsrätinnen und -räten, Bildungsträgern sowie regionalen Arbeitsmarktakteuren und entsprechende Instrumente.
Angestrebt werden: verbesserte Qualifikations- und Kompetenzvermittlung, Erprobung neuer Arbeitszeitmodelle, Aufbau einer regionalen Plattform „Fachkräftesicherung" als Drehscheibe für unternehmensübergreifenden Fachkräfteaustausch, Weiterentwicklung des betrieblichen Wissenstransfers sowie Durchführung einer regionalen Qualifizierungsinitiative.
Projektinformationen & Kontakt
Projektzeitraum:
01.07.2025 – 30.06.2028
Website:
Folgt in Kürze.
Ansprechpartner:
Matthias Hinze
Mobil: +49 (0)171 4147304
E-Mail: hinze.matthias@iftp-institut.de
Projektpartner
- ArcelorMittal Eisenhüttenstadt
- IG Metall Ostbrandenburg
- Arbeitgeberverband Stahl e.V.
- Stiftung Neue Länder (SNL)
- Agentur für Arbeit Frankfurt/Oder
- Brandenburger Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz (MWAEK)
- Wirtschaftsförderung Brandenburg (WfBB)
Projektförderung
- Das Projekt „Regionale Fachkräftesicherung für soziale Transformation der Stahlindustrie (RegioStahl)“ wird im Rahmen des Programms „Wandel der Arbeit sozialpartnerschaftlich gestalten: weiter bilden und Gleichstellung fördern" (ESF-Sozialpartnerrichtlinie) durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und die Europäische Union über den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) gefördert.
- Ko-Finanzierung durch die Otto Brenner Stiftung / Stiftung zur Förderung arbeitmarktpolitischer Vorhaben in den neuen Ländern (SNL)
Ko-Finanzierung durch AcelorMittal Eisenhüttenstadt durch die Freistellung betrieblicher Zukunftslotsen